Grosse Freiheit Super 8
Auftakt
SAMSTAG 9. MAI 2009 · 20 UHR
CAMPUS WESTEND (IG FARBEN GEBÄUDE)
FILME VON DARA FRIEDMAN · FIONA LÉUS · HELGA FANDERL
MILENA GIERKE · ONNO FALLER · TAMARA GRCIC · ANJA CZIOSKA
UND ANDEREN
In den 1980er Jahren gab es in der BRD und Westberlin eine rege Super 8-Szene. In Frankfurt am Main bildete die Filmklasse von Peter Kubelka an der Städelschule und ihre Konzentration auf Super 8 den Anstoß und Ausgang für eine ganze Reihe von Filmmachern, vor allem Filmmacherinnen, in diesem Format zu arbeiten. Einige unter Ihnen entwickelten eine eigene, konsistente Ästhetik des Super 8 und wollen bis heute nicht auf dieses Material verzichten.
Die Kinothek Asta Nielsen zeigt aus dem reichen Fundus des Archivs der Städelschule ausgewählte Arbeiten von Filmmacherinnen. Sie vergegenwärtigen die Facetten und Möglichkeiten eines wahrhaft unabhängigen Kinos.
Eine Veranstaltung der Kinothek Ast a Nielsen e.V. in Zusammenarbeit mit Städelschule und Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe Universität
Eintritt 3.-- Euro · Getränke und Snacks an der Bar
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Kinothek Asta Nielsen e.V. c/o Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main,
Fax 0049.69.79 83 2078
ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL Bus Linie 36 bis Campus Westend oder U 1, U 2, U 3 bis Holzhausenstrasse, Weiterfahrt mit dem 36er-Bus oder 7 Min. Fussweg zum IG Farben Gebäude. Bitte folgen Sie der Ausschilderung ab dem Haupteingang, Aufzug bis zum 6. Stockwerk, über das Treppenhaus zum Filmseminarraum 7.312
Sieben glorreiche Jahre
DIE FILME DER TÖDLICHEN DORIS
SONNTAG 17.5.2009 · 20.30 UHR
MOUSONTURM
MATERIAL FÜR DIE NACHKRIEGSZEIT 18/SEK.
24:07 MIN. · DER FOTOMATONREPARATEUR, 1:55 MIN.
WASSERBALLETT, 2:00 MIN. · DIE GESAMTHEIT ALLEN
LEBENS, 0:02 MIN. · FLIEGT SCHNELL – LAUT SUMMEND, 9:38 MIN.
SABINE – AUS MEINEM TAGEBUCH, 9:27 MIN. · ENERGIEBEUTEL UND
ZEITBLASE, 7:50 MIN. STÄDTE FILM BERLIN-OST (1984), 9:00 MIN.
Ein Abend mit Super8- Filmen des legendären Berliner Künstler-Trios. Das Super 8-Format erscheint als ideales Medium für das künstlerische Programm der Tödlichen Doris, der Faktor Zufall tritt als gleichberechtigtes Gestaltungselement auf. Dass Doris' Verbindung zu Punk immer eine ästhetische, nie eine stilistische war, führt fast jeder der gezeigten Filme vor Augen. Eine äußerst rare Gelegenheit, die Filme in der Projektion, nicht digital zu sehen.
Projektion Gunter Deller
Wolfgang Müller, Die Tödliche Doris, Berlin,
im Gespräch mit Rembert Hüser, Minnesota und
Karola Gramann, Frankfurt a.M.
Eine Veranstaltung der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Zusammenarbeit mit reel to real Filmreihe Studio
8 Euro / erm. 6 Euro · Kartentelefon 069/ 40589520
Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, 60316 Frankfurt am Main, www.mousonturm.de
ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL U4 Merianplatz, U6/U7 Zoo, Straßenbahn Linie 14, Waldschmidtstrasse
Die Reihe wird im Herbst fortgesetzt
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Super 8 – das Handtaschenformat
Das Jahr 2009 der Kinothek Asta Nielsen soll im Zeichen von Super 8 stehen. Das heißt, wir planen eine Reihe von Veranstaltungen, die in Frankfurt ein Super 8-Kino auf Zeit bilden werden. Super 8 ist ein mobiles Format – nicht nur als Aufnahmetechnik, auch im Abspiel ist man relativ frei, die unterschiedlichsten Orte zu bespielen. Genau das ist unsere Absicht.
Mehrere Interessen verbinden sich in diesem Projekt:
Zum einen erfüllt damit die Kinothek ihr Programm, Film jenseits des Mainstreamkinos in der Vielfalt seiner Möglichkeiten und so auch der Möglichkeiten, die ein Format wie super 8 bietet, (der bot)sichtbar zu machen, sowie sich der Arbeit von Frauen insbesondere zu widmen. Diese findet sich ja verstärkt in solchen Filmproduktionen, die kein großes finanzielles Budget brauchen. Super 8 ist in diesem Zusammenhang ein Extremfall.
Zum anderen ist in Frankfurt der Super 8-Film besonders kultiviert worden. Aus der Filmklasse der Städelschule sind unter Leitung von Peter Kubelka eine Vielzahl von Arbeiten hervorgegangen, die in den 90er Jahren auch öfter zu sehen waren. Jetzt ruhen sie im dortigen Archiv. Es ist Zeit sie wieder zu sehen.
Schließlich hat es in Frankfurt – anders als beispielsweise in Amsterdam oder Paris – bisher keine öffentliche Veranstaltung gegeben, die sich der schwierigen Situation des Super 8 heute widmet. Probleme gibt es nach zwei Seiten hin, zum einen nach der Produktionsseite, die Industrie hat ihre bisherige Produktion von super 8 eingestellt, sodaß für Filmemacher große Schwierigkeiten entstanden sind, überhaupt noch in diesem Format zu arbeiten. Zum anderen aber auch nach der Kopien- und Vorführseite. Es ist kaum noch möglich super 8 Arbeiten aus den 80er und 90er – der Blütezeit des Super 8 im Originalformat zu zeigen. Viel diskutiert werden die Möglichkeiten der Kopienherstellung: Transfer auf dvd – am billigsten – auf 35 mm oder auch auf 16 mm. In jedem Fall geht damit das Super 8-Kino verloren.
Ein zusätzliches Interesse hat die Kinothek Asta Nielsen an der Sammlung von Amateurfilmen von Frauen im 8mm und Super 8 –Format. Das Jahr des Super 8 soll die Öffentlichkeit auf die Möglichkeit aufmerksam machen, solche Arbeiten, die oft aus Nachlässen auf Flohmärkten oder gar auf dem Müll landen, dort zu archivieren. Aus dem Grund werden wir neben den künstlerischen Arbeiten auf super 8 auch Amateurfilme zeigen. Das Programm wird also eine Spanne zwischen dem Kunstbereich und dem Amateurbereich aufmachen. Die Übergänge sind fließend, was auch einen besonderen Reiz ausmacht, nicht zuletzt, wenn wir die Emanzipation von den Fesseln des Privaten bei gleichzeitiger Thematisierung des Intimen und Persönlichen wahrnehmen.
Um den Aspekt der Möglichkeiten einer low- oder no-budgetproduktion zu unterstreichen, werden wir auch ausgewählte Videoarbeiten der 70er und 80er Jahre einbeziehen. Das geschieht angesichts der heutigen Digital- und Telefonkameras, die das „Filmen“ für jedermann und Jederzeit anbieten. Im Verhältnis dazu, kann man sagen, daß das Video seinerzeit – wie auf andere Weise das super 8 - eine ganz eigene Art ästhetischer und politischer Arbeit hervorgebracht hat. Die Begegnung mit dieser Geschichte kann zum Nachdenken über den heutigen Umgang mit den neuen Aufnahmetechniken, die für die Masse zugänglich sind, anregen.
Wir wollen Filmprogramme in Super 8 und - in geringerem Maße – in Video über ein Jahr hin in Frankfurt zur Aufführung bringen. Wir wollen durch die Einladung von Gästen, durch workshops und Diskussionen die Fragen von Ästhetik und Ökonomie, von Archivierung, Sicherung und Restaurierung, von Aufführung, von internationaler Kooperation öffentlich zur Sprache bringen.
Kinothek Asta Nielsen e.V. www.kinothek-asta-nielsen.de