WORKSHOP FILM IM HANDTASCHENFORMAT TEIL 2

3. und 4. Dezember 2010
Filmraum des Instituts für Theater-, Film und Medienwissenschaft der Goethe Universität

Der Workshop Film im Handtaschenformat steht im Zusammenhang mit einem Archivprojekt, das die Kinothek in diesem Jahr begonnen hat. Die Kinothek soll der Ort werden, an dem Amateurfilme von Frauen im Zentrum einer Sammlungs-, Erschliessungs- und Präsentationsarbeit stehen. Seit ein paar Jahren haben sich unterschiedliche Initiativen in einigen europäischen Städten gebildet, die sich dem Amateurfilm widmen. Die Schwerpunkte reichen von Forschung über Sammlung, digitaler Umkopierung, Restaurierung bis zur Programmierung im Kino. Der internationale Amateurfilmtag stellt überdies die Sichtung und Beratung von InhaberInnen des - bei Schmalfilm besonders - fragilen Filmmaterials ins Zentrum, den Dokumente einer privaten Geschichte, die doch eben von öffentlichem Interesse ist. Unter den Amateurfilmern befanden sich von Anfang an Frauen, aber wie in der Filmgeschichte und deren Tradierung insgesamt, geht ihr Beitrag oft unter. Deswegen rückt ihn die Kinothek Asta Nielsen ins Zentrum. Von diesem Zentrum ausgehend, wird sie Frankfurt am Main neben etwa Wien, Bologna, Amsterdam, Bern zu einem Ort machen, der am Netzwerk europäischer Initiativen zur Rettung des kultur- und sozialgeschichtlichen Erbes des Amateurfilmsbereichs beteiligt ist. Das ist auch insofern von Relevanz, als alle Initiativen erst einmal regional ihre Sammeltätigkeit beginnen, um die verborgenen - eben nicht öffentlich gesammelten - Materialien zu finden, zu erschliessen.

Der erste Teil des Workshops bestand in einem Austausch zwischen den Projekten in Bologna, Wien und Bern und Frankfurter FilmmacherInnen, die in Schmalfilm arbeiten. Filmprogramme gaben Einblick in die unterschiedlichen Sammlungen, wurden von Darstellungen der Initiativen und ihrer Arbeit begleitet. Daran schlossen sich intensive Gespräche an, die unter anderem die Grenze zwischen einer sich als künstlerisch verstehenden Super 8-Filmarbeit und dem Amateurfilm zu Gegenstand hatten. Der zweite Teil setzt diesen Austausch fort, neu beteiligt sein wird Supersens aus Amsterdam, ein Labor, das sich der Umkopierung von Amateurfilm in unterschiedlichsten Formaten auf unterschiedliche Träger widmet.

Wie im vorherigen Workshop zeigen die Programme vor allem Filme von Frauen - die Kinothek hatte durch ihre Nachfrage erstmals eine Aufmerksamkeit auf diese Arbeiten hervorgerufen. Die Gespräche können und werden diesmal daher bereits stärker auf die Differenz, die das in verschiedener Hinsicht bedeutet, fokussiert sein. Die Unterschiede betreffen womöglich nicht nur Inhalt und Ästhetik der Filme, sondern auch den Zugang zum Material und seine Erschliessung, Fragen, die für den Aufbau der Sammlung der Kinothek von Relevanz sind.

Für die Teilnahme am Workshop bitten wir um schriftliche Anmeldung unter info@kinothek-asta-nielsen.de bis zum 28.11.2010. Es wird ein Kostenbeitrag von 20.-- €/erm. 10.-- € für die Filmprogramme
(voraussichtlich 5 – 6) erhoben.

Der Workshop beginnt Freitagabend, 3.12. und findet am Samstag ganztägig sowie abends statt.

Veranstaltungsort
Inst. für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend
Filmseminarraum, 7.312, 7. Stock, Q 3

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Kinothek Asta Nielsen e.V. www.kinothek-asta-nielsen.de