enun. FRANKFURT. "Dark Room" - ein doppeldeutiger Titel für eine Reihe, die an jenem Ort stattfindet, an dem es meist dunkel ist: im Kino. Um Liebesverhältnisse im Film geht es nicht nur in der zweiten Staffel der Reihe, die noch bis in den Februar hinein im Kino im Deutschen Filmmuseum sowie im Kino "Mal seh'n" von der in Frankfurt ansässigen Kinothek Asta Nielsen veranstaltet wird.
Parallel zu den Filmen untersucht ein Hauptseminar an der Universität Frankfurt, dessen erster Teil im Sommersemester stattgefunden hatte, unter der Leitung der Filmwissenschaftlerin Heide Schlüpmann und des Sexualwissenschaftlers Martin Dannecker, "sexuelle Verhältnisse im Kino". Ein Feld, das auch deshalb eine nahere Betrachtung lolmt, weil das Kino sich zur selben Zeit entwickelte wie die Psychoanalyse. Die Kinogeschichte, so das Konzept von "Dark Room", ermöglicht also auch eine Geschichtsschreibung der Liebe.
Die Filmwissenschaftlerin Karola Gramann, Mitbegründerin der Kinothek Asta Nielsen, hat die "unglaublich erfolgreiche" Reihe zusammengestellt, die bis auf eine Vorstellung bislang stets ausverkauft war. Damit haben Gramann and die Kinothek ihr Ziel erreicht: die Öffentlichkeit der Stadt and die Universität für ein Thema zu gewinnen, das in der wissenschaftlichen Literatur verschiedener Disziplinen viel dis
kuriert wird - and beim Publikum offenbar auf großes Interesse stösst.
Vor allem geht es in den Filmen um Liebe, die nicht der heterosexuellen Norm entspricht - und um die Diva. Dieses Phänomen, auch Schwerpunkt des Seminars, wird am 14. and 15. Januar ein Symposion im Schauspiel Frankfurt beschäftigen, das vom Institut für Theater-, Film- and Medienwissenschaften and der Kinothek mit zahlreichen Kooperationspartnern veranstaltet wird, gefordert unter anderem vom hessischen Ministerium für Wissenschaft and Kunst, von der Stadt and dem Cornelia Goethe-Zentrum der Universität.
Zuvor aber werden am 22. Dezember "Shanghai Express" (1932) mit Marlene Dietrich and am 12. Januar "Stage Door" (1937) mit Katherine Hepburn and Ginger Rogers gezeigt - letzterer ist alberst selten zu sehen, wie Gramann hervorhebt. Nur in Kooperation mit dem Filmmuseum sei derlei iiberhaupt aus Archiven zu beschaffen. Das "joint-venture" geht aber uber die Kinos hinaus: Das Seminar, an dem rund 40 Studenten teilnehmen, steht auch interessierten Zuschauern offen.
Am 22. Dezember um 20.30 Uhr ist im Kino des Deutschen Filmmuseums "Shanghai Express" zu sehen, am 12. Januar um 20.30 Uhr "Stage Door". Das Seminar findet donnerstags um 16 Uhr im Raum 7.312 des Campus Westend, Gebäudeteil 0 3. statt. Informationen auch zum Symposion, im Internet: www.kinohek-asta-asta-nielsen.de.
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